Der letzte Tag
// 5. Oktober 2010 // 2 Kommentare » // Kategorie: August and everything after // Schlagworte: Edinburgh, Reise, Schottland
Inhaltsangabe von Edinburgh 2010
So, das war also Edinburgh. Ich habe an drei Tagen so viel gesehen und gemacht, wie lange nicht mehr, mir schmerzen die Füße, ich habe Muskelkater in den Beinen vom Aufstieg zu Arthur’s Seat – aber es hat sich gelohnt.
Gestern Abend war ich nur ein Guiness trinken und gebratenen Reis mit Huhn essen, habe danach noch etwas gechattet und bin pennen.
Heute habe ich die Innenstadt unsicher gemacht. Auf der Princes Street etwas für meinen Schatz gesucht (aber woanders gefunden), kurz beim Zoo gewesen, um mich gegen einen Besuch zu entscheide (15,50 Pfund!), auf der Royal Mile gewesen und die Postkaten abgeschickt.
Das Kaufhaus Jenners ist übrigens nix besonderes. Gibts nix, was man nicht auch irgendwo anders bekommt.
Aber da waren ja noch so ein paar Aufgaben zu bewältigen.
Gestern war ich zwar auf Arthur’s Seat, ich habe aber wohl kaum Meter auf der von Sascha gewünschten Strecke des Edinburgh Marathons gelaufen. Ich war einfach zu platt.
Julia bat mich um ein Foto eines der Zitate imHof des Writer’s Museum. Ich weiß nicht, ob ich es richtig gemacht habe, aber ich habe zumindest ein Foto geschossen, in einem Hof, von einem Zitat.
Julia war es auch in Gedenken an kamil, die sagte, ich soll im Oink Imbiss ein Haggis-Brötchen essen. Gesagt, getan. Und zwar mit Chili Soße. Apfel ist bäh.
Schmeckt wie Spanferkel und hat ein wenig die Konsistenz von Thunfisch. Ganz okay würde ich sagen.
Ansonsten ist Edinburgh fantastisch. Diese Bauten sehen einfach stark aus. Das Castle ist auf jeden Fall einen Besuch wert, die Princes Street ist halt eine Einkaufsstraße, Princes Street Gardens ist toll zum ausruhen, Arthur’s Seat ist fantastisch mit geilem Ausblick und absoluter Ruhe (vom Wind mal abgesehen) – aber eines, eines wird mir immer in Erinnerung bleiben:
Die Royal Mile. Es ist einfach wunderbar, durch diese “Gasse” zu schlendern in diesem mittelalterlichen Flair – grandios.
Linksverkehr ist gewöhnungsbedürftig, der englische Akzent ist schön und es war eine tolle Reise. Meine nächsten Reisen werden aber definitiv mit mehreren Personen oder meinem Baby gemacht.
Fazit gibts aus Deutschland inkl. Bilder.
Gute Nacht.
Do
Die Füße laufen über Feuer – Tag 2
// 4. Oktober 2010 // 1 Kommentar » // Kategorie: August and everything after // Schlagworte: Edinburgh, Reise, Schottland
Inhaltsangabe von Edinburgh 2010
Ein komisches Gefühl. Der Wind bläst um die Ohren, man hört fast nichts. Die Aussicht ist fantastisch. Man sieht einfach alles. Das Meer, die tolle Landschaft und eine tolle Stadt. Ab und an hört man auch eine Sirene. Ein anderer Wanderer sagte “Only sky’s the limit” – und er hatte recht. Welch komisches Gefühl macht sich also breit?
Gestern Abend war ich wie schon erwähnt in The Jazz Bar. War sehr nett anzuhören, ich bin nur fst eingeschlafen, da ich seit 5 Uhr morgens wach war. Bin dann auch relativ schnell ins Bett.
Was mich noch sehr irritiert ist der Linksverkehr. Ich schaue auf Straßen immer erst nach rechts und bei kleinen Straßen bin ich komplett verwirrt. Naja, so ist das.
Nach dem Aufstehen und frühstücken ging ich los um Arthur’s Seat zu besteigen. Der 251 Meter hohe vulkanische Seat beeindruckt schon beim darauf zulaufen. Dass allerdings der Aufstieg so anstrengend war, hatte ich nicht gedacht. Ich musste hin und wieder Pause machen und mein Shirt war völlig durchnässt.
Der Ausblick allerdings war grandios. Bilder folgen wie schon gesagt von zu Hause aus.
Nachdem ich geduscht hatte, fuhr ich mit dem Bus zum National Museums of Scotland. Schöne Exponate, tolle interaktive Ausstellungsstücke wie z.B. ein Formel 1 Auto, vor dem ein Bildschirm stand. Meine Beine waren zu lang, sonst hätte ich mich auch mal hineingesetzt und wäre eine Runde gefahren.
Das Museum hat wie fast alle freien Eintritt und es lohnt sich allemal, dort vorbeizusehen.
Die National Gallery of Scotland habe ich nur kurz besucht, da Bilder eben nicht so mein Ding sind.
Ein wenig ausruhen bei Starbucks auf der Princes Street tat meinen Füßen sehr gut. Obwohl ich den halben Kaffee auf einem von ihnen verschüttet, war es eine schöne Quelle der Ruhe mit Blick auf Schloss und Hauptstraße.
Meine Freundin hätte gerne ein Hard Rock Café T-Shirt. Schöner laden, coole Klamotten – aber sehr teuer.
Ein kurzer Ausflug zur Royal Mile und das Kaufen der Postkarten später (und nach einem viel zu großem Umweg durch Verlaufen) sitze ich nun hier in meinem B&B und ruhe mich aus, surfe ein wenig und warte auf acht Uhr. Dann gibts Pub Quiz um die Ecke.
Was das komische Gefühl denn nun ist? Ich langweile mich etwas. Nicht, weil es hier nicht schön ist, sondern weil ich alleine gereist bin (werde ich nie wieder tun) und noch soviele Tage hier habe, aber kaum Ideen, was ich noch tun soll. Ist das Wetter morgen schön, gehts ab in den Zoo, aber mehr habe ich leider nicht auf Lager, was mich einen ganzen Tag beschäftigt.
Soweit erstmal, bis morgen.
Do
Computer Love
// 4. Oktober 2010 // 6 Kommentare » // Kategorie: Gastartikel, Hörspiele und Hörbücher // Schlagworte: Gefühl, hörbuch, liebe
Guten Tag, Guten Tag.
Mein Name ist Sascha und im Normalfall schreibe ich drüben auf endgueltig.com. Heuni war so freundlich und hat mich gebeten einen Gastbeitrag, für die Zeit seines Urlaubs auf der Insel, zu schreiben. Das mache ich selbstverständlich gern und ich überlegte gar nicht lange, worüber ich denn schreiben soll. Es war klar, es muss um Hörbücher gehen. Ich bin ein ganz großer Fan von Hörbüchern und mittlerweile höre ich viel mehr, als das ich selber lese. Hörbücher sind ja seit einiger Zeit auf dem Vormarsch und werden immer beliebter. Ich möchte hier nun also einmal zwei Hörbücher vorstellen, die der werte Leser hier sonst wohl eher nicht finden würde.
Ich spreche von den beiden Büchern “Gut gegen Nordwind” und “Alle sieben Wellen” von Daniel Glattauer.
Gut gegen Nordwind:
Emmi Rothner und Leo Leike, die beide in der gleichen Großstadt wohnen, begegnen sich durch einen Schreibfehler zufällig virtuell. Anfangs zögerlich, beginnt alsbald ein stetiger Email-Briefwechsel.
Für beide wird dieser Austausch zu einem Ventil, weil sie sich ganz so geben können, wie sie wirklich sind. Es kommen vermehrt Gefühle ins Spiel, die eigentlich nicht sein sollten, denn Emmi ist glücklich verheiratet und auch Leo ist von einer gescheiterten Beziehung gezeichnet. Alles läuft auf das große Ziel – ein persönliches Treffen – hinaus, doch würden sie damit nicht eine Illusion zerstören?
Daniel Glattauer trifft mit diesem Roman in jedes Romantiker-Herz. Manche Formulierungen sind so genial, dass man nur noch staunt. Entgegen dem Klischee vom lieblosen und hingeworfenen Email-Verkehr zeigt dieser Roman, dass man auch auf diese Art niveauvoll kommunizieren kann.
Das SIE bis zum Schluss irritiert zwar etwas, macht das Ganze aber irgendwie noch wirklicher, denn beide
verlieren nie den Respekt voreinander, auch wenn sie sich gegenseitig schon mal verletzen. Man überlegt als Hörer unwillkürlich, wie man sich in der einen oder anderen Situation selbst verhalten würde. Großartig dargestellt ist Emmis Zerrissenheit zwischen eigentlich glücklicher Beziehung, aber der steten Suche nach mehr. Sie lässt sich voll auf ihren virtuellen Leo ein, was auch zu extremen Eifersuchtsanfällen führt.
Durch die teilweise recht kurzen Email-Antworten eignet es sich natürlich hervorragend als Hörbuch. Christian Berkel und Andrea Sawatzki lesen diesen Roman, der komplett nur aus E-Mails besteht einfach großartig.
Das Ende ist für einen Romantiker zwar etwas unbefriedigend, war aber vorauszusehen. Inzwischen gibt es ja bereits eine Fortsetzung und von der möchte ich eben auch noch kurz berichten.
Hörprobe
Alle sieben Wellen:
Es ist die Fortsetzung von Gut gegen Nordwind, geschrieben von Daniel Glattauer. Wer dieses Buch kennt, der kennt auch Emmi und Leo. Und genau das ist Alle sieben Wellen: Emmi und Leo pur!
Wenn man hört, dann ist man Emmi und man ist auch Leo. Man taucht ein in die Welt der beiden, fliegt zwischen zwei Emailpostfächern hin und her und kann erst nach und nach langsam wieder auftauchen.
Selbst Tage nachdem man das Hörbuch gehört hat, kann man sich nicht dem Charme, den Gedanken und Gefühlen entziehen, die dieses Hörbuch entfacht. Immer wieder schweift man geistig ab und muss an diese Geschichte denken.
Es ist unfassbar, wie außerordentlich Daniel Glattauers Sprachgefühl ist und wie er aus kleinen Dingen, die man sonst vielleicht gar nicht beachten würde, etwas Großes und Wunderbares macht. Auch diese Fortsetzung wird wieder von Christian Berkel und Andrea Sawatzki gelesen und ist eben auch stimmlich in der oberen Liga anzusiedeln.
Die Geschichte löst einfach alle möglichen Gefühle beim Hörer aus. Begeisterung, unbändige Freude, Wärme und Wohligkeit, aber auch: Angst, Trauer, Frustration, Mitleid, Nervosität….. die Liste ist unendlich fortsetzbar. Eindrucksvoll ist auch, wie es dem Autor gelingt, seinen unvergleichlichen Wortwitz mit einer tiefgründigen Gefühlssensibilität zu verbinden. Man befindet sich stets an einer Kreuzung zwischen Lachen und Weinen…
Hörprobe
So, da staunt ihr alle. So eine kitschige Sache und das aus der Feder eines Mannes. HaHa, also erstens sollten Männer auch romantisch sein und zweitens ist es gar nicht so kitschig wie es klingt; die Geschichte zieht einen eben dadurch, dass sie nur aus Mails besteht, irgendwie in den Bann und das ist wirklich toll.
Ankunft und Tag 1
// 3. Oktober 2010 // Schreibe einen Kommentar » // Kategorie: August and everything after // Schlagworte: Edinburgh, Reise, Schottland
Inhaltsangabe von Edinburgh 2010
Heute morgen sind meine Freundin und ich um fünf Uhr aufgestanden, haben uns fertig und etwas zu essen gemacht und sie hat mich dann schließlich zum Flughafen Frankfurt Hahn gebracht.
Nachdem wir mein Gepäck aufgegeben und einige Starts und Landungen der Maschinen beobachtet haben, ging ich zum Check-In und wartete auf das Boarding. Als dies auch rum war und ich vor dem Flieger stand, lernte ich einen echten Schotten kennen, mit dem ich mich sehr gut verstand und den ganzen Flug über Schwätzchen hielt.
Der Flug an sich war ruhig und schneller als gedacht. Wir hatten wohl Rückenwind (?).
Bei meinem Bed & Breakfast angekommen checkte ich ein und besuchte mein Zimmer. Schnuckelig, sauber und klein. Aber es reicht vollkommen aus. Mal sehen wie das Frühstück wird…
Zu Fuß ging es in Richtung Innenstadt. Mit einem Starbucks Mokka ging es Richtung Royal Mile. Zufällig kam ich auch an der Jazz Bar vorbei, die ich besuchen möchte.
Die Royal Mile sieht fantastisch aus. Tolle Bauten, süße Geschäfte, ein Gaukler unterhielt die Leute mit Zauberei-Comedy (er war wirklich witzig), die Leute sind alle sehr nett und ich fühle mich schon jetzt wohl.
Kurz vor Edinburgh Castle traf ich William Wallace, mit dem ich auch ein Foto machte.
Und lustigerweise unterhielten sich heute die meisten Menschen auf deutsch. Da fahre ich schon mal weg und es wird nur deutsch gesprochen
Ich besuchte nach einem etwas ekligem Cheeseburger das Schloss. Ziemlich groß, super Aussicht und tolle Räume. Jeder Edinburgh Besucher sollte es gesehen haben, aber ich finde den Eintritt von 13 Pfund sehr happig.
Nachher geht es vielleicht in die Jazz Bar und dann in die Koje, ich bin sau müde.
Bilder folgen von zu Hause.
Bis morgen.
Do
Mein Tag der Deutschen Einheit
// 3. Oktober 2010 // 4 Kommentare » // Kategorie: Gastartikel // Schlagworte: deutschland, Feiertag, Tag der Deutschen Einheit
Hallo, mein Name ist Sascha. Der ein oder andere kennt mich vielleicht schon als Kommentator hier auf Heunis Blog. Oder ihr habt möglicherweise sogar schon mal meinen Blog gesichtet.net besucht. Jedenfalls genießt Heuni ja momentan das britische Wetter – kann man das überhaupt genießen? Hm, drücken wir es lieber so aus: er genießt die britische Atmosphäre
Damit es in seiner urlaubsbedingten Abwesenheit nicht ganz so ruhig hier wird und ihr euch nicht langweilen müsst, hab ich mich bereit erklärt, hier einfach mal einen Gastartikel zu schreiben. Und was läge da näher, als den heutigen Tag zum Programm zu machen?
Der 3. Oktober, der Tag der deutschen Einheit. Könnt ihr euch noch daran erinnern, als damals die Mauer fiel? Wenn ich später mal alt bin… also ich meine so richtig alt, nicht nur so ein bisschen, also nicht so wie jetzt, wo ich mich mit meinem Alter langsam aber stetig und unaufhaltsam aus den 20ern herausbewege… jedenfalls, wenn ich später mal so im typischen Großvater-Alter bin, dann kann ich zu den jungen Menschen sagen, ja, ich war dabei, als damals die Berliner Mauer gefallen ist.
Jedenfalls kann ich das sagen, wenn man sich dann noch an die Mauer erinnert. Wenn ich mir allerdings ansehe, wie nach all den bisherigen Jahren noch fleißig -mal eher scherzhaft, mal ganz ernsthaft- zwischen “Ossis” und “Wessis” unterschieden wird, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass man sich auch in vielen Jahren, wenn ich im typischen Großvater-Alter bin, noch an die Mauer erinnern wird. Oder zumindest daran, dass dieses Land mal geteilt war. Selbst dann, falls es den Tag der deutschen Einheit in der Zukunft nicht mehr geben sollte. Wird ja schließlich immer gerne darüber nachgedacht, ihn zu streichen, wenn es der Wirtschaft mal wieder schlecht geht und die Leute mehr arbeiten sollen.
Wer braucht da schon einen Nationalfeiertag? War ja nur DAS Ereignis, auf das seit Bestehen des Grundgesetzes nach dem Krieg hingearbeitet wurde… und auf dass laut Präambel im Grundgesetz auch hingearbeitet werden musste. Also eigentlich ein ziemlich besonderer Tag. Immerhin hat man damals tatsächlich mal etwas gemacht, was im Sinne der Väter des Grundgesetzes war. Sowas kommt ja heute nicht mehr so häufig vor, wenn man den ganzen erfolgreichen Verfassungsbeschwerden gegen Gesetze und Beschlüsse verschiedenster Art glauben kann.
Wie auch immer: ich war dabei, kann ich sagen. Zumindest ein bisschen. Also nicht live vor Ort. Dafür war Berlin zu weit weg. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht mehr, ob und wie ich das damals erlebt habe. Schließlich war ich noch ein Kind. Das ist schon ärgerlich! Also nicht die Kindheit an sich, die war schön. Merkt man leider auch meist erst später, wenn man erwachsen(er) ist. Da merkt man dann auch erst die historische Tragweite eines Ereignisses wie den Mauerfall einzuordnen. Wobei das nichts mit dem Alter zu tun hat. Manche sind uralt, und können oder wollen es immer noch nicht verstehen.
Jedenfalls ist es rückblickend total ärgerlich. Da war man bei einem der größten nationalen Ereignisse der Geschichte des eigenen Landes “dabei”… und irgendwie wieder auch nicht. An den 11. September kann ich mich noch prima erinnern. Auch durchaus ein geschichtsträchtiges Datum. Da war ich auch bedeutend älter. Ich weiß noch genau, wo ich war und wie es war, als ich mitbekam, was da in den USA passiert war.
Aber was habe ich beim Fall der Berliner Mauer gemacht? Oder als die Verträge zur Wiedervereinigung unterschrieben wurden? An den Tagen und Ereignissen, denen wir nun jährlich am 3. Oktober gedenken… solange es den Feiertag noch gibt. Ich weiß es nicht mehr, kann mich nicht erinnern. Sehr ärgerlich. Aber das muss ja niemand erfahren. In vielen, vielen Jahren, wenn ich im Großvater-typischen Alter bin, wird niemand danach fragen. Und wenn doch, dann kann ich die Gedächtnislücken auf das Alter schieben… wie praktisch. Und immerhin kann ich dann dennoch behaupten: ja, ich war damals dabei!
