// 15. April 2011 // 4 Kommentare » // August and everything after, Musik
Ich schreibe gerade einen Songtext zum Thema Freiheit. Es geht prinzipiell darum, dass man meist in seinem Trott durch den Tag geht, morgens aufsteht und sich abends hinlegt. Mein Songtext ist noch nicht fertig, aber ich werkle an ihm und werde ihn irgendwann einmal mit anderen Musikern aufnehmen. Aber nun wird sich mit einigen Fragen beschäftigt:
Was ist aus unserer jugendlichen Freiheit geworden?
Der Unbeschwertheit im Alltag?
Der Faszination am Tun und Lassen was einem gerade in den Sinn kommt?
Es gibt aber verschiedene Interpretationen, speziell auch in der Musik, und speziell für mich im Bereich Rock.
Ich zitiere nun vier Songtexte, die sich nicht unterschiedlicher mit dem Thema Freiheit befassen könnten.
In Extremo sang:
“Frei zu sein,
bedarf es wenig,
nur wer frei ist,
ist ein König,
Schamlos nimmt der dreiste Dieb,
denn er ist seines Glückes Schmied”
(In Extremo – Frei zu sein vom Album Saengerkrieg)
Ist man ein Dieb, wenn man sich die Freiheit nimmt?
Auf jeden Fall bedarf es nicht viel, um frei zu sein.
Was könnte das also bedeuten? Man braucht nicht viel könnte heißen, dass man einfach seinen Gedanken freien Lauf lassen sollte, sich nicht selbst unter Stress zu setzen, obwohl man stressige Situationen erlebt.
Oder ist es etwa die einfache Tatsache, dass man einfach mal aus seinem Alltag ausbrechen muss?
Saltatio Mortis sang:
“Lass’ mich frei und ich komm stets’ zu dir zurück,
Fang mich ein und ich muss sterben,
sterben für dein Glück,
Lass’ mich frei!”
(Saltatio Mortis – Freiheit vom Album Aus der Asche)
Saltatio Mortis hingegen singt davon, dass jemand, das kann der Partner, ein Freund oder die Familie sein, nicht den die komplette Person in Anspruch nehmen darf. Bleiben wir beim Beispiel Partner.
Besteht der Partner darauf, dass man unter der Woche nichts mit seinen Freunden unternimmt, z.B. auf ein Bierchen in die Kneipe oder besteht er sogar darauf, dass am Wochenende immer etwas zu zweit unternommen werden soll?
Dies kann laut diesem Songtext auf Dauer nicht gut gehen, da man den anderen zu sehr einschränkt.
Lässt man seinem Partner hingegen Freiheiten, die er braucht (und das kann bei jedem Menschen etwas Unterschiedliches sein), dann ist die Beziehung und damit die Stimmung viel besser und kann dadurch sogar länger halten.
Schandmaul sang:
“Bin unterwegs, bin auf der Reise.
Ich will nirgendwo hin.
Bin unterwegs, auf meine Weise,
und das ist der Sinn.
Bin unterwegs und mich umgibt
Ein Duft von Freiheit und See.
Die Erde dreht sich nur um mich,
in ihrem Mittelpunkt ich steh.”
(Schandmaul – Bin unterwegs vom Album Kunststück)
Die Band Schandmaul geht hier einen ganz anderen Weg. Nämlich einen freien Weg. Es geht um einen Menschen, der sich treiben lässt, stets mit dem Wind um die Nase nach vorne schaut, seinen Weg geht und sich von nichts betrüben lässt. In kleinen Augenblicken, sei es ein Geruch am Meer, einem vertrauten Geräusch oder einer tollen Umgebung – in solch kleinen Momenten dreht sich die ganz Welt nur um einen selbst. Und dann, dann ist man frei.
Letzte Instanz sang:
“Wenn du das Blau erreichst, die bittere Kälte den Mut vereist,
von Horizont zu Horizont siehst du das weite Land.
Doch wenn du nur weit genug fliegst, siehst du, dass der Rand sich verschiebt.
Auch wenn der Sturm dir entgegen weht, schau weiter und flieg, solange es geht!”
(Letzte Instanz – Sturmvogel vom Album Wir sind gold)
Hier wird von der Letzten Instanz ganz klar darauf aufmerksam gemacht, dass man die Hoffnung und den Glauben an seine Taten niemals aufgeben darf. Man muss weiterhin seinen Weg gehen, nach vorne schauen und Hindernisse aus dem Weg räumen. Denn hinter den Hindernissen folgt der Horizont. Und genau der möchte erreicht werden.
Wie können wir also die vier völlig unterschiedlichen Songtexte vergleichen und miteinander kombinieren?
Wir nehmen die Kernaussagen und stellen sie gegenüber:
1. Es bedarf wenig, um frei zu sein.
2. Einschränkungen können sehr behindernd sein.
3. Die Welt darf sich ruhig einmal nur um einen selbst drehen.
4. Glauben und Hoffnung niemals verlieren.
Durch diese Gegenüberstellung erkennt man, dass die Songtexte gar nicht so unterschiedlicher Natur sind. Denn die Grundaussage bleibt immer gleich: Freiheit für jedermann! Und genau dies sollte jeder von uns im Leben versuchen zu erreichen.
Klar, wir müssen arbeiten gehen, um Geld zu verdienen und uns davon Unterkunft und Nahrung zu leisten. Wir müssen uns auch an Gesetze halten, die in dem jeweiligen Land, in dem wir leben, gelten.
Allerdings dürfen wir genau diese Sachen nicht ganz so Stress belastet ansehen.
Es ist so und bleibt so. Und es ist auch gut so. Denn alles würde sonst zusammenbrechen.
Nein, wir dürfen nicht an bestehenden Systemen rumbasteln und darauf schimpfen, wir müssen unsere persönliche, eigen Freiheit finden.
Wenn wir diese gefunden haben, dann, dann sind wir frei.
Do
Bild von The Gonger von Flickr unter folgender Lizenz