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10 Fragen an: Philipp von Knuspermagier

Knuspermagier
Ein Gesprächspartner. Zehn Fragen. Thema Musik. Rock on.
Diesmal mit Philipp von Knuspermagier.

1. Dein Musikgeschmack ist sehr breit gefächert. Saltatio Mortis und Schandmaul z.B. im (Mittelalter)-Rock Bereich, Die Ärzte oder sogar PUR. Was macht Dich bei Musik an?
Das ist schwer zu sagen (Wer hätt’s gedacht!). Es muss einfach eingängig sein. Bei den meisten Bands, die ich höre, war es so, dass ich ein oder zwei Lieder von ihnen irgendwie ein oder zwei Lieder hörte und dann wusste, dass es stimmt. Schöne Melodien und Gitarren- oder Basslines tragen auf jeden Fall dazu bei, kann das allerdings auch nicht wirklich genau beschreiben.
Ich habe auch eher einen Hang zu deutscher Musik. Insgesamt mag ich, glaube ich, weniger englischsprachige Künstler als deutsche, was aber nicht unbedingt an den Texten liegt, denn ich mag auch allerhand Kram aus Japan, den ich eigentlich gar nicht verstehe. Muss irgendwie am — keine Ahnung wie man das nennen soll — Flow der Sprache liegen.

2. Deutsche Musik ist sehr stark. Die Texte werden besser, die Melodien sind stark. Warum sagen einige Leute, dass deutsche Musik mit Musik aus England oder den USA nicht mithalten kann und wie begegnest Du diesen Meinungen?
Ehrlich gesagt habe ich mich nie viel mit Leuten auseinandersetzen müssen, die diese Meinung vertreten. Höchstens damals in der Schule, da war es halt einfach uncool, wenn man nicht die neuen amerikanischen Bands hörte, aber das ist ja Kinderkram. Die Leute mit denen ich jetzt so zu tun habe sind da eigentlich recht tolerant haben solche Meinungen mir gegenüber noch nicht geäußert.

3. Gibt es in der Musik für Dich ein Idol, einen Mythos, eine Legende (tot oder lebendig), die Du gerne mal treffen würdest?
Ich glaube, da gäbe es schon den ein oder anderen. Zum Beispiel Rod von die ärzte, Reinhard Mey oder den leider schon vor einigen Jahren verstorbenen Hide, der Gitarrist bei X JAPAN war. Käme es wirklich zu einem Treffen, wäre ich allerdings wohl erstmal aufgeschmissen. Denn so spontan fallen mir garkeine Fragen ein, die ich stellen könnte. :D

4. Reinhard Mey ist Liedermacher, Rod ist Punk. Stelle uns Deine Idee von einem Duett der beiden vor.
Naja, Rod ist ja nicht per Definition Punk. Er macht ja auch viel anderes Zeug, wie aktuell ¡Más Shake!, was eher in die Beat-Richtung geht. Trotzdem fällt es mir hier recht schwer, mir ein Duett vorzustellen. Wobei ich mir eine Mey/Gonzáles-Kombo, die Beatles-Lieder covert eher vorstellen kann als eine Liedermaching-Gruppe.

5. Du veranstaltest ein Festival. Was gibts zu essen, zu trinken, zu erleben und vorallem: Wer spielt die Musik?
Oh, ja. Das wäre so ein richtig schönes Spießerfestival mit Rauch- und Alkoholverbot, ordentlichen Toiletten und Duschen und ohne die ganzen matschigen Moshpits, in denen man auf normalen Festivals den Tag verbringt. Dieses Reglement würde wahrscheinlich auch die meisten normalen Festival-Besucher fernhalten und das Resultat ist ein ruhiges, entspanntes Erlebnis.
Für ein schönes drei-Tage Festival würde sich anbieten, die Bands vielleicht nach Genres zu sortieren. Natürlich dürfen nie mehrere Bands gleichzeitig spielen, denn da ich nur meine Lieblingsbands einlade, will ich ja auch alle sehen. Um die Stimmung aufzubauen, würde ich am ersten Tag nur “Mittelalterbands” spielen lassen. Saltatio Mortis, Schandmaul, Subway to Sally, ASP. Als Special Guest In Extremo um ihre zwei guten Lieder zu singen.
Tag zwei, dann bunt gemischt durch den Rest, den ich so höre. Madsen, Casper, die ärzte. Wenn die Ärzte mit ihrem drei-Stunden-Set durch sind, könnten ruhig Farin und Bela noch mal Solo auftreten.
Der letzte Tag wird dann entspannt. Liedermacher-Zeit! Funny van dannen, Monsters of Liedermaching und Reinhard Mey.
Fazit: Wohl nicht realisierbar.

6. Wie werden sich denn Deiner Meinung nach die Musikindustrie und die Künstler an sich in den nächsten Jahren entwickeln?
Ich denke es wird sich alles etwas von den großen Major-Labels abwenden und mehr in die Richtung der kleineren Labels gehen. Viele Künstler gehen ja auch jetzt schon neue Wege was das Veröffentlichen von ihren Werken angeht, zum Beispiel mit Bandcamp und Co. Insgesamt hoffe ich allerdings, dass sie so schnell nicht darauf verzichten CDs mit schönen Booklets zu produzieren, denn die mag ich wesentlich mehr als nur-digital Versionen.

7. CD Produktionen sind teuer, digital wird viel verkauft – dennoch sind ein paar laute Stimmen immernoch für die gute alte CD mit Booklet und ggf. Extras. Du sagst hoffentlich wird das noch lange so gehen. Denkst Du, das physische Medium stirbt aus?
Zumindest wird es wahrscheinlich sehr reduziert werden. Der normale Musik-Hörer wird in Zukunft sicher öfter den komfortableren digitalen Weg nehmen, anstatt in einen Laden (oder zu Amazon) zu gehen und dort ne CD zu kaufen — weil es von der Qualität keinen merkbaren Unterschied macht. Und Dienste wie Spotify und Rdio tragen natürlich auch noch zu dieser Entwicklung bei (wobei ich ja auch selber Spotify benutze und es super finde). Ich glaube nur wenige Leute stellen sich die CD gerne ins Regal und daher wird es sich auf die Dauer wohl immer weniger lohnen physische Medien zu produzieren.

8. Wie können Künstler in Zukunft im digitalen Bereich Specials zu Ihren Alben bringen, welche Formen wären wünschenswert oder wollen die Hörer nur die Musik?
Kommt drauf an, wie teuer der Spaß ist. Wenn die MP3s nur 5-10 Euro kosten, dann bin ich völlig okay damit auch nur die Musik zu bekommen. Wenn aber mehr als 10 Euro verlangt werden hätte ich schon noch gern ein kleines Extra. Allerdings finde ich es hier auch schwer das richtige zu finden — denn zum Beispiel ein PDF mit ein paar Bildern drin ist zwar ganz schön, aber für mich kein wirklicher Booklet-Ersatz. Eine wirklich schöne Special-Idee fände ich einfach Tabs oder Noten dazu zu liefern. Machen aber leider viel zu wenige Bands.
Das was Apple damals mit iTunes LP einführte geht ja in diese Richtung, konnte mich allerdings auch nicht so wirklich überzeugen. Weiß aktuell auch nicht wirklich, wie gut es angenommen wird und ob da viele Bands etwas dafür gestalten.

9. Neben Downloads hast Du auch das Streaming angesprochen. Ist dies zukunftssicher oder meinst Du, zumindest in Deutschland, könnte dies nach hinten losgehen?
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sich die GEMA da noch jahrelang dagegen sträuben kann. Ich schätze wir haben eine rosige Streaming-Zukunft vor uns, alles andere wäre irgendwie ein Rückschritt nach den aktuellen Entwicklungen.

10. Du gehst auf Welttournee. Mit wem?
die ärzte! Das wäre grandios. Vielleicht… vielleicht wäre ich auch total enttäuscht, weil ich meine Traumvorstellung damit zerstöre, aber würde trotzdem ganz gern wissen, wie das da alles abläuft.

Danke schön.
Do

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Ich bin Schlagzeuger und Songtexter und ♥ Musik. Ansonsten stehe ich auf gutes Essen, tolle Filme und Serien, gute Bücher, liebe meine Familie und Freunde und bin innerlich Kind geblieben. Mehr über mich

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