Kleine Helden
// 22. August 2010 // Kategorie: Brett- und Kartenspiele // Schlagworte: fantasy, Gesellschaftsspiel, Kartenspiel
Kleine Helden – ein Kartenspiel.
Mittlerweile ist Kleine Helden zu einem meiner Lieblings-Gesellschaftsspiele geworden. Entworfen wurde das Spiel von Malte aus dem Siepen und illustriert von Laura Balzer.
Gegen Malte durfte ich sogar auf der SPIEL 2008 mit meinem Cousin eine Partie spielen – bei der Malte und ich gleichzeitig aufgrund eines Gegenangriffs gewannen.
Aber kommen wir mal zur Spielbeschreibung.
Kleine Helden, Kleine Helden 2 – Verstärkung und Kleine Helden – Schurken & Halunken sind Kartenspiele aus dem Bereich Fantasy. Jeder Spieler bekommt zwei Helden zugeteilt, wobei einer davon magisch und der andere nicht magisch agiert und beide jeweils 15 Lebenspunkte zur Verfügung haben (oder wahlweise weniger oder mehr).
In der Mitte des Tisches liegen drei Zugstapfel. Der (rote) Ausrüstungsstapel beherbergt Waffen und Rüstungen, der (blaue) Magiestapel enthält Tränke, Zaubersprüche, Dämonen und Runen (mit denen Ausrüstung oder Zauber dauerhaft verstärkt werden können) und der (grüne) Taktikstapel setzt sich aus Manövern, Ereignissen und Nicht-Spieler-Charakteren (NSC) zusammen.
Soweit erst einmal der grundlegende Aufbau.
Nach dem Ziehen der eigenen zwei Helden zieht jeder Spieler vier beliebige Karten der Zugstapel. Hat man also zufällig eine Waffe, Rüstungsteile oder Zauber gezogen, rüstet man seine Helden damit aus, in dem man die Karten neben ihn legt.
Der kleinste Spieler beginnt das Spiel.
Ist man an der Reihe, zieht man erst zwei Karten seiner Wahl von einem der drei Ausrüstungsstapel und nimmt sie auf die Hand. Jeder eigene Held hat eine Aktion zur Verfügung und kann sich damit entweder ausrüsten, die Gegner angreifen oder auf seine Aktion verzichten, um erneut eine Karte zu ziehen.
Wir entscheiden uns bei unserem magischen Helden, einen Zauber zu wirken und einen gegnerischen Helden anzugreifen. Dazu sprechen wir den Spruch Fäulnis, einen Fluch.
Der Angriffswert plus die Augenzahl des sechsseitigen Würfels zählt man zusammen. Bei einer sechs darf man nochmal würfeln und die Schadenspunkte erhöhen sich um eins. Der Angegriffene würfelt nun ebenfalls und zählt das Ergebnis mit seiner magischen Parade zusammen. Ist die Zahl höher oder gleich pariert er den Angriff, ist er niedriger steckt er Schaden ein. Und zwar soviel, wie auf der Fluchkarte zu lesen ist minus seiner Rüstung.
Natürlich haben Rüstungsteile, Waffen oder Artefakte, die man am Körper oder bei sich trägt, verschiedene Boni, die Schaden reduzieren/aufstocken, den Angriff erhöhen oder die Parade verbessern.
Eine schöne Neuerung sind die NPC (Nicht-Spieler-Charaktere), von denen man einen vor sich auslegen kann. Dieser NSC gibt einen Bonus. Der König z.B. erlaubt es, am Anfang der Runde drei statt zwei Karten zu ziehen.
In der dritten Erweiterung, die auch als eigenständiges Spiel gilt, erscheinen nun Dämonen, die natürlich einen Malus geben.
Die Zeichnungen, von Laura Balzer sehr liebevoll gemalt, sind eine absolute Augenweide. Schön detailliert, knuffig und irgendwie sehr passend zur Atmosphäre beleben sie die Karten zum Leben.
Fazit: Dieses Spiel ist zu einem meiner liebsten Gesellschaftsspiele geworden. Wer Fantasy mag, über Witze im Rollenspiel-Genre lachen kann oder einfach nur Spaß an guten Taktikspielen hat, der muss zugreifen und das Spiel ausprobieren. Ich wette, es wird Euch gefallen. Eine Herausforderung zum Spiel nehme ich selbstredend an und freue mich, dass Malte mir erlaubt hat, noch einen Cartoon zu veröffentlichen. Auf der offiziellen Website von Kleine Helden gibt es regelmäßig sehr lustige Cartoons.
Weitere Infos und die Bestellmöglichkeit des Spiels beim Verlag Pegasus.
Do

Klingt sehr interessant. Das Spiel erinnert mich ja ein wenig an “Munchkin”, das ja auch ein witziges, Rollenspiele parodierendes Kartenspiel mit vielen Fortsetzungen ist. “Kleine Helden” werd ich mir aber auch mal anschauen – dürfte ne interessante Alternative sein.
@Alex: Dieses Spiel persifliert weniger im Spiel das RPG-Genre als mehr in den Cartoons. Munchkin (auch aus dem Hause Pegasus) werde ich natürlich auch noch vorstellen. Beides spielt sich aber sehr unterschiedlich, wie ich finde.