Platten-Besprechung: Saltatio Mortis – Manufactum II
// 17. Mai 2010 // Kategorie: Musik // Schlagworte: cd, Folk Rock, Mittelalter, Mittelalter Rock, Musik, review
Auf dem Mittelaltermarkt herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre. Spielleute, Gaukler, Met, Bier, Händler und feinste Kostümierungen. Saltatio Mortis haben diese Atmosphäre auf ihrem zweiten Live-Album Manufactum II aufgefangen.
Das erste Lied, der Merseburger Zauberspruch, beginnt mit tosendem Applause der Fans. Tolle Dudelsack-Klänge und ruhige Atmosphäre stimmen sich ab mit langsamen Trommeln und toll vorgetragenem Gesang.
Varulven könnte ebenso an eine der letzten Stellen des Albums laufen, da es so viel Kraft rüberbringt und die Zuhörer durchaus zum Hüpfen animiert.
Das mittelalterliche Viagra „Dr. Eisenhans“ ist ein fantastischer Song, der mit viel Trommel- und Dudelsackpower daherkommt und zwischendurch ruhigere Passagen bietet um die Füße vor dem Weiterhüpfen etwas zu schonen.
Mit einer gehörigen Portion Schnelligkeit geht die Skudrinka ab, die schließlich in Douce Dame Jolie und in das französisch gesungene Dessous Le Ponte De Nantes übergeht. Tolle Klänge und im Falle von Dessous Le Ponte De Nantes ein Refrain zum Mitsingen. Man fühlt sich wie auf dem Mittelaltermarkt und möchte am liebsten immer dort bleiben.
Equinox besingt die Kräfte der Natur und fängt die Stimmung der Zuschauer sehr gut ein, wenn sie auf Sänger Alea reagieren. Prometheus, aus dem Album Aus der Asche, ist in seiner akustischen Version ein Highlight der Scheibe. Toller gesang, schöne Dudelsackklänge und ein Refrain-Ohrwurm. Was will man mehr?
Nach der Ansage von Lasterbalk startet Le Corsaire. Laut Band ist dieses Lied auch der Grund, warum sie die zweite Live-CD auf dem Mittelaltermarkt rausgebracht haben. Die Stimmung beim Publikum bei diesem Lied ist atemberaubend.
Ali Ben entführt die Zuhörer dann in die Wüste und bringt orientalische Klänge nach Hause; Veitstanz lässt die Dudelsäcke fast explodieren und brennt eine Melodie in den Kopf, die so schnell nicht mehr aufhört zu spielen; der Drunken Sailor, jeder kennt dieses Lied, animiert die Zuschauer zum Mitsingen und bei Tulla bekämpfen sich die Dudelsäcke mit den Trommeln.
Das Palästinalied ist eher ruhiger und geht reibungslos in einen der bekanntesten Songs von Saltatio Mortis über – in den Spielmannsschwur. Eine Bekenntnis zum Spielmannsdasein, welcher die Fans mit einbezieht und die Stimmung einer großen Familie mit sich bring.
William von der Band Rapalje und Alea singen akustisch das fantastische Loch Lomond. Bei diesem Song kommt die Gänsehaut wie aus dem Nichts. Das Ende einer grandiosen Langspielplatte bildet Ecce Gratum, welches noch mal richtig auf die Kacke haut.
Fazit: Ihr seid Fans von mittelalterlicher Musik, Mittelaltermärkten oder Saltatio Mortis? Geht diese Platte kaufen. Ihr habt keine Ahnung wovon ich rede? Hört Euch diese CD an. Absolut grandios. Kaufpflicht!
Bewertung: 10 von 10 Punkten
Do
