Gabriel Burns
// 18. März 2010 // Kategorie: Hörspiele und Hörbücher // Schlagworte: Gabriel Burns, hörspiel
Ich weiß, was Angst ist. Wie sie sich anfühlt, wie sie den Verstand lähmt und jeden in ein hilfloses, zitterndes Etwas verwandeln kann. Ich muss von schrecklichen Begebenheiten berichten, die zumeist im Verborgenen, aber manchmal auch in unserer unmittelbaren Nähe geschahen. Und noch immer geschehen. Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, die Menschen darüber im Unklaren zu lassen. Es ist an der Zeit, dass sie die Wahrheit erfahren.
Gabriel Burns ist ein Hörspiel für Erwachsene. Es dreht sich um den Taxifahrer Steven Burns (dargeboten von Bernd Vollbrecht), der von einem mysteriösen Fremden namens Bakerman (fantastisch gesprochen von Ernst Meincke) dazu gebracht wird, sich investigativ einiger unheimlicher Fälle anzunehmen.
Um die Spannung nicht zu verderben sage ich nur, dass übernatürliche Kräfte ebenso wie dunkle Monster und geheimnisvolle Ereignisse sich nahtlos aneinander reihen.
Die Hörspiele sind einzeln nicht hörbar, sie bauen aufeinander auf, haben aber einen sehr speziellen Charakter. Nachdem ich die erste Folge Der Flüsterer mehrmals gehört habe (wegen Ablenkung am PC oder zu langen Pausen dazwischen), bin ich momentan so im Gabriel Burns Fieber, dass ich schnellstmöglich wissen möchte, wie es in der nächsten Folge weitergeht. Die Altersfreigabe “ab 12″ ist laut Wikipedia ein Running-Gag, da die Hörspiele sehr düster sind und einige Effekte nicht an zwölfjährige Ohren gelangen sollten.
Die Musik ist absolut passend komponiert und auf den Punkt in den Hörspielen eingesetzt, um zusätzlich Spannung aufzubauen.
Die Geräuschkulisse ist dermaßen packend, dass man bei intensivem Hören sich in das Geschehen hinein versetzt fühlt.
Hervorzuheben ist die Produktion mit Musik, Geräuschen, Dialogbuch und Covergestaltung. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass diese Produktion im deutschen Hörspielmarkt auf den ersten drei Plätzen zu finden ist.
Kommen wir zu den Sprechern. Ernst Meincke kennt man als Captain Picard aus den Star Trek Folgen der Nächsten Generation. Er spielt Bakerman so wie die Rolle angelegt ist – mysteriös, undurchsichtig, geheimnisvoll. Eigentlich wurde sie ihm auf den Leib geschrieben.
Bernd Vollbrecht spricht Steven Burns punktiert ängstlich und verleiht der Figur eine merkliche Entwicklung.
Jürgen Kluckert als Erzähler (bekannt als Benjamin Blümchen oder Morgan Freeman) bringt die Actionszene für den Hörer wirklich adrenalinsteigernd rüber und spricht die ruhigen Parts absolut fehlerfrei und glaubwürdig.
Björn Schalla und Bianca Krahl spielen Larry Newman und Joyce Kramer ebenfalls fantastisch.
Zu nennen ist noch Simon Jäger (nebenbei einer meiner Lieblingssprecher überhaupt!), der den Fiesling Luther Niles mit wunderbarer Intensität verkörpert.
Bei Gabriel Burns geben sich außerdem einige berühmte Gastsprecher die Klinke in die Hand, als Beispiel sind z.B. Bela B. von den Ärzten oder Smudo von den Fantastischen Vier zu nennen.
Ich empfehle jedem Hörspiel-Fan, jedem Mystery/Fantasy/Horror-Fanatiker wenigstens die ersten drei Folgen zu kaufen und sich auf der Couch mit Kopfhörer zu geben. Ihr werdet davon nicht mehr loskommen.
Do
Angst ist mein dunkler Begleiter. Zu jeder Stunde. Sie ist ständig da. Ich muss die Menschen an meiner Angst teilhaben lassen, ob sie wollen oder nicht. Es könnte einmal Ihr Leben retten.


Ich mag keinen Horror oder so was…sonst hört sich das ganz gut an xD
‘Gabriel Burns’ kam damals einem Erdbeben im HSP-Bereich gleich. Das spaßige daran war: Die Serie wurde mit einem derart überzogenen Tamtam angekündigt, daß die Erwartungen eigentlich gar nicht hätten erfüllt werden können. Stimmt, wurden sie auch nicht. Sie wurden noch meilenweit übertroffen.
Man war seit der Neuauflage von Jason Darks ‘John Sinclair’ ja schon einiges gewohnt, was Sounddesign und Sprecher in zeitgemäßen Hörspielen anging, aber als wir damals bei Volker Sassenberg (Regisseur von ‘Gabriel Burns’, ‘Point Whitmark’ und ‘Abseits der Wege’) in dessen Studio zu hören bekamen (in völliger Dunkelheit übrigens), war eine hörspieltechnische Offenbarung. Bis einschließlich Folge 14, 15 rum war Burns dann sowas wie Höroin für mich, die nächsten Folgen hätten gern auch schon jeweils gestern erscheinen können – doch die Story begann sich irgendwann in immer weiteren “Füllfolgen” zu verlieren, Autor Raimon Weber verließ die Serie, Andreas Gloge kam – und die Serie kam und kam einfach nicht voran, bis ich so bei Folge 20 rum ausstieg. Seit der 30 bin ich allerdings wieder dabei, zweite Chance, sozusagen. Und ja, man hat den Dreh wohl scheinbar gekriegt, denn mittlerweile rockt die Serie wieder ordentlich. Doch hat man nun mit einem eher trägen Output zu kämpfen. Ich hoffe jedoch, daß man Burns noch länger hören wird.
Ich bin fast sicher, dass die John SInclair auch gefallen wird
Werde es mir auf jeden Fall mal anhören.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein großer Angsthase bin, weshalb mein erster Eindruck ist: Eher nicht.
Jedoch klingt das alles schon sehr spanndend und ich weiß nicht, ob ich mich vor Hörbüchern genauso grusel wie vor Horrorfilmen. Ich denke, ich werde mal reinhören!
@Sibel: Hör auf jeden Fall in die ersten drei Folgen rein. Es ist super spannend und Du musst halt mal schauen, obs Dir passt oder eher nicht so