10 Fragen an: Julia von 49 suns
| 17. Dezember 2009 | In der Kategorie: 10 Fragen an
Tags: 49 suns, interview, Musik
Ein Gesprächspartner. Zehn Fragen. Thema Musik. Rock on.
Diesmal mit Julia von 49 suns.
1. Welches Musikgenre bevorzugst Du und warum?
Also ich nenne jetzt mal das überfrachtete Genre Indie, das eigentlich keine wirklich Einordnung ist, aber für mich eben.
Ich war bis vor einigen Jahren eher dem Mainstream zugeneigt (Bon Jovi etc.), habe dann aber v.a. durch das Internet die wunderbare Welt des Indie kennen gelernt und entdecke täglich neue tolle Sachen.
2. Was reizt dich am Indie? Ist Text und Musik in diesem Genre gleichermaßen wichtig?
Jein, das kommt auf den Künstler an, aber mir ist beides wichtig und das ist ein Kriterium, ob ich eine Band mag oder nicht.
3. Gibt es in der Musik für dich ein Idol, einen Mythos, eine Legende (tot oder lebendig), die du gerne mal treffen würdest?
Hm, eigentlich so einige. Spontan und aus Tradition würde ich Elvis oder John Lennon sagen, aber auch Joe Strummer wäre sehr interessant.
4. Was denkst du hat Elvis oder Lennon zu Ikonen werden lassen?
Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie haben die Musik gemacht, für die es zu der Zeit reif war. Sie hatten beide unglaubliches Talent, aber es gehörte auch eine Menge Glück dazu.
5. Wenn du an die Zeit der 60er bis 70er oder auch 80er denkst: Waren diese Zeiten musikalisch besser (Stichwort Beatles, Stones, Queen, etc.) oder gibt es heute noch Bands oder Künstler, die mithalten können?
Letzteres, denn durch das Internet erfährt man überhaupt erst von diesen Leuten. Man könnte jetzt sagen, dass es früher wenige, große Bands gab und heute viele “okaye” Bands, aber das wäre zu vereinfacht und es stimmt auch nicht wirklich. Der Geschmack heute ist viel breiter gefächert bzw. kann breiter ausgelebt werden, da die Konsumenten mehr Möglichkeiten haben.
Außerdem habe ich heute die Möglichkeit die Beatles zu hören UND neue Bands zu entdecken!
6. Legst du Wert auf CD-Hülle, Booklet und was zum Anfassen oder nutzt du MP3 lieber als “physische” Musik?
Oh schwer, denn eigentlich würde ich gerne laut behaupten, dass ich sehr viel Wert auf was zum Anfassen lege, aber ich habe in den vergangenen Monaten gelernt, dass es doch ohne geht. Ich kaufe sehr viele CDs, aber verstärkt auch Downloads (ich habe ein emusic-Abo) und seit ich einen Spotify-Account habe, reicht es mir sogar teilweise, dass ich die Musik nicht mal auf der Festplatte habe.
Es kommt vor, dass ich gerne im Booklet schmökern würde, um die Texte mitzulesen, aber das ist immer seltener.
7. Wird das klassische Booklet aussterben? Wird es Booklets zum Ausdrucken geben? Oder wird es erhalten bleiben?
Es wird sich in zwei entgegengesetzte Richtungen entwickeln. Es ist ja jetzt schon so, dass es Spezialeditionen mit allen möglichen Extras gibt und ich denke, das wird sich verstärken. Bei Downloads hingegen wird sich das nicht durchsetzen. Die Songtexte kann man in die Tags schreiben und die können von der Abspielsoftware bzw. dem MP3-Player angezeigt werden. Ich habe bisher nur ein Album gekauft, wo ein Booklet in PDF-Form dabei war, aber ich fand es nach anfänglicher Begeisterung dann doch überflüssig.
8. Die Musikindustrie klagt über Umsatzeinbrüche. Selber schuld oder logische Konsequenz?
Uiui, komplexe Frage. Sowohl als auch. Die CD-Käufe sind in den letzten Jahren zurückgegangen, aber die Downloads stetig nach oben. Und man darf die anderen Geldquellen wie Tickets und Merchandising nicht vergessen. Das Problem ist ja, dass die Einnahmen der Musikindustrie zurückgegangen sind, aber die der Künstler angestiegen. Die Gründe sind vielfältig, aber es war sicherlich nicht hilfreich, alle Kunden als potentielle Kriminielle zu behandeln und es ihnen sehr schwer zu machen, die Musik auch zu hören, die sie kaufen wollten. Und ja, das Internet hat eine Teilschuld, aber hauptsächlich weil es für mich als Konsumenten so viel einfacher geworden ist, neue Musik zu entdecken. Die Zwischenhändler brauche ich nicht mehr und ich kaufe immer mehr Alben, die von den Künstlern selbst veröffentlicht wurden, ohne Hilfe eines Labels oder von kleinen Labels, die es sich nicht leisten könnten, CDs in die ganze Welt zu verschicken, aber Downloads ohne viel Zusatzkosten anbieten können.
9. Wie gelangst Du an Deine Alben und Lieder?
Da gibt es eine ganze Palette von Möglichkeiten, die aber alle mit dem Internet zu tun haben. Beim Plattenhändler oder Elektrofachmarkt kaufe ich eigentlich keine CDs, da sie mir dort zu teuer sind und ich auch kaum Gelegenheit habe, diese Läden aufzusuchen.
Im Internet kaufe ich CDs sowohl bei den “klassischen” Kaufhäusern wie Amazon, Play, CD WOW! als auch bei den Labels selber. Bei Downloads ist es ähnlich (wobei man dämlicherweise bei Amazon UK keine MP3 kaufen darf) und mit PayPal bzw. Kreditkarte ist es kein Problem, schnell ein Album zu kaufen. Eher selten nutze ich Download-Stores wie den iTunes-Store, Musicload, 7digital. Meine erste Anlaufstelle ist da immer emusic und verstärkt auch Spotify, d.h. ich kaufe gar nicht, sondern streame nur (wobei ich einen Premium-Account für 10 Euro im Monat habe). Außerdem gibt es jede Menge kostenlose (legale) Musik.
10. Du gehst auf Welttournee. Mit wem?
Muss ich kurz nachdenken.
Ok, das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber die Kings of Leon wären interessant, weil es da so viele wilde und irre Geschichten gibt und ich würde gerne wissen, inwieweit das stimmt.
Klar, das kann man von vielen Bands sagen, aber die sind mir als erstes eingefallen.
Danke schön.
Do
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